Rezensionen

Rezension „Calendar Girl“ Band 3+4 von Audrey Carlan

3. Mai 2017

Bereits vor ein paar Monaten habe ich eine Rezension für die beiden Romane der vierteiligen Geschichte über ein Jahr im Leben von Mia Saunders geschrieben. Das erste halbe Jahr hat mir ganz gut gefallen, weshalb ich gespannt darauf gewartet habe, die restliche Zeit als Edel-Escort zu verfolgen. Enttäuschung oder Zufriedenstellung, das ist jetzt die Frage. ACHTUNG VIELE SPOILER!!

Zur Geschichte

Mia Saunders muss immer noch die Schulden abbezahlen, die Ihr Vater bei einem Kredithai in Las Vegas angehäuft hat. Deswegen arbeitet sie bei ihrer Tante als Escort, bei dem sie Monatsweise an Klienten vermittelt wird. Das dritte Quartal beginnt bei einem Musiker in dessen Musikvideo sie mitspielen soll. An für sich kein Problem, hätte Mia nicht immer noch Schwierigkeiten von einem Mann berührt zu werden, seit sie von dem Sohn ihres vorherigen Klienten beinahe vergewaltigt wurde. Allerdings verfestigt sich ihre Beziehung zu Wes, der ihr in dieser schwierigen Zeit zur Seite steht. Als nächstes muss Mia zu einem Max nach Texas, für den sie die verschollen geglaubte Schwester spielen soll, die in dem Testament von Max Vater erwähnt wurde. Was sie noch nicht ahnt ist, dass Max wirklich ihr Bruder ist. Alles scheint sich zum Guten zu wenden bis Mias Vater, der immer noch im Koma liegt, einen Herzstillstand erleidet und Mia um sein Leben bangen muss. Doch das noch nicht genug, denn plötzlich wird Wes, der sich für Dreharbeiten irgendwo in einem gefährlichen Teil von Asien aufhält, von einer terroristischen Vereinigung als Geisel genommen.
Im darauffolgenden Roman und damit dem letzten der Reihe, muss Mia Wes helfen, seine Ängste und Albträume, die er infolge der Zeit als Geisel nicht mehr los wird, zu besiegen. Leichter gesagt als getan. Gleichzeitig tut sich für Mia die Chance auf, bei einer Fernsehsendung als Moderatorin zu arbeiten. Und als würde das noch nicht reichen trifft sie auch noch auf ihre Mutter, die sie in ihrer Kindheit verlassen hat.

Mia und ihre Marotten

Da stellt sich die Frage: Welche Marotten? In den ersten zwei Büchern tritt Mia als unabhängige und starke Frau auf. Ab Band 3 und besonders in dem letzen Teil der Reihe war sie für mich nur noch eine Frau, die für ihren Mann lebt. Ständig redet sie von „Ihrem Mann“ obwohl sie gerade mal seit ein paar Wochen eine Beziehung führt, alles dreht sich nur noch um Liebe und Familie aber ihre Freundin (die sie von Anfang an Hurenschlampe nennt) vernachlässigt sie immer mehr. Genau solche Frauen mag ich überhaupt nicht. Natürlich ist Liebe wichtig und gerade wenn man einen neuen Mann kennengelernt hat ist es absolut verständlich, dass man auch Zeit mit ihm verbringen möchte. Aber warum hat Mia nicht das Bedürfnis mit einer Freundin über ihre Beziehung und besonders über Schwierigkeiten in der Beziehung zu reden? Wobei ich auch da anmerken muss: Welche Schwierigkeiten?

Alles Friede Freude Eierkuchen

Enorm gestört hat mich dieses durchgehende Happyend. Ok, es wurde dann doch noch etwas Drama hier und da eingefügt, aber Mia war mir doch für ein Jahr, in dem sie sich halbwegs prostituieren muss um die Schulden ihres Vaters abzubezahlen, ein wenig zu glücklich. Im letzten Band war das so schlimm, das ich echt keine Lust mehr hatte weiter zu lesen. Eigentlich musste ich mich sogar schon zum weiterlesen zwingen. Generell habe ich doch sehr dem Ende entgegen gefiebert in der Hoffnung, dass mich noch mal ein Höhepunkt im nicht vorhandenen Spannungsbogen erwarten würde, doch auch hier wurde ich wieder enttäuscht.

Was hat sich die Autorin dabei gedacht

Während dem Lesen habe ich mich immer wieder gefragt, wie man aus einer interessanten Idee dann so ein schwaches Ende wachsen lässt. Ich musste immer mal wieder genervt die Augen rollen lassen weil es einfach so „Cheesy“ wurde. Besonders gestört hat mich, dass Mia dann ja auch noch ihren Bruder, von dem sie vorher nichts wusste, gefunden hat und dieser nach nur kurzem Kennen sie „Maus“ nennt. Noch dazu Mias Schwester Maddie dann den Spitznamen „Spatz“ verpasst. Wenn ich nicht versuchen würde einen seriösen Buchblog zu betreiben würde ich jetzt ein Kotz-Emoji einfügen.
Und warum muss Mias Arzt Dr. McHottie heißen? Das macht ja fast den Eindruck, als hätte die Autorin vergessen, dem Charakter einen richtigen Namen zu geben und nur mit dem Arbeitstitel weitergeschrieben hat.
Mindestens genauso unrealistisch war die Art, wie Mia mit den Alpträumen von Wes umgegangen ist. Immer wenn er schreiend und weinend aufgewacht ist hat sie sich entkleidet und sich ihm hingegeben. Der Akt dabei hat mehr an eine geduldete Vergewaltigung erinnert, als an liebende Hingabe und war für mich völlig schwachsinnig. Zumal es mehr als einmal im Buch vorgekommen ist. Völliges Unverständnis von meiner Seite und ich kann es nicht verstehen das so etwas in einen Erotikroman vorkommt.

Fazit

Wie man anhand meiner Rezension vielleicht schon gemerkt hat, war ich nicht gerade sehr begeistert von der letzten Hälfte der Buchreihe. Band 3 hat es nochmal etwas herausgerissen weshalb es zu der Punktebewertung kam. Alles in allem war der Auftakt der vier Teile gelungen aber insgesamt endete die Reihe mit einem viel zu kitschigen, schnulzigen und charakterschwachem Ende.

Buch 3: 2,5 von 5 Punkte
Buch 4: 1,5 von 5 Punkte

INFO ZUM BUCH
Autor: Audrey Carlan
Verlag: Ullstein Verlag
Erschienen: 30.09.2016 / 18.11.2016
Link zum Buch

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