Rezensionen

Rezension „Alles in Buddha“ von Victoria Seifried

31. August 2016

Vielen Dank an dieser Stelle erst einmal  an die Random House Verlagsgruppe für dieses schöne Rezensionsexemplar des HEYNE Verlags, das ich sehr gerne gelesen habe. „Alles in Buddha“ hat mich oft zum Schmunzeln gebracht aber auch zum Nachdenken angeregt.

Zusammenfassung:
Mias Leben ist zerstört. Ihr Freund Mark hat sich plötzlich von ihr getrennt, weil er sie nicht mehr liebt. Und das obwohl Mia sich in den letzten Jahren immer verbogen hat um sich ihm von der besten Seite zu zeigen. Als sie dann auch noch ihren Job verliert, weil sie ihrem Chef einen Stift in das Bauarbeiter-Dekolleté geschoben hat, flüchtet sie zu ihrem besten Freund Hugo, denn bei ihren anderen Freunden kann sie sich nach einer Party, bei der sie mehr als nur einen Vodka zu viel und sich bitter blamiert hat, nicht mehr blicken lassen.
Ihre 5-Jährige Nichte Emma ist es schließlich, die ihr eine Lösung präsentiert: Eine Weltreise.
Total begeistert berichtet sie Hugo von der Idee, denn auch Hugo hat ein Problem. Er ist Langzeitstudent weil er sich nicht traut sich für das Staatsexamen anzumelden und noch dazu ist er mit Ende Zwanzig immer noch Jungfrau. Die Reise soll beiden helfen, ihr Leben wieder auf die Reihe zu bekommen und so entsteht eine Wette. In sieben Schritten versucht Mia über Mark hinwegzukommen, gekrönt von dem Wegwerfen der Kette, die ihr Mark geschenkt hatte und die Mia seither nicht mehr abgenommen hat. Hugo soll es ebenfalls in sieben Schritten schaffen entjungfert zu werden und das Selbstvertrauen zu erlangen, endlich die Prüfung abzulegen.
Die Ziele sind mit Hilfe einer netten Reiseberaterin schnell gefunden: Paris, Las Vegas und ein buddhistisches Kloster in Seoul.
Eine Reise beginnt in der Mia, Hugo und sein Kater Marie viele Abenteuer erleben, schräge Menschen treffen und sich selbst kennen lernen.

Schnell merkt der Leser das, was die Protagonistin Mia, aus deren Sichtweise das Buch auch geschrieben ist, erst nicht sehen will: Sie hat sich für ihren Freund Mark verbogen und verstellt, um ihm zu gefallen. Vielleicht war genau das der Grund, weshalb Mark sich von ihr getrennt hat, denn wer will schon mit der vermeintlich perfekten Frau zusammen leben wenn man selbst einige Macken hat. Genau diese Macken liebt Mia an ihrem Ex-Freund, doch das konnte sie leider niemals sagen, denn sie hatte die Befürchtung, dass Mark sie sonst vielleicht als klammernd und besitzergreifend wahrnimmt.  Mia jedenfalls will nicht wahrhaben, dass ihr Schauspiel die Trennung hervorgerufen hat und versucht krampfhaft über Mark hinweg zu kommen.
Für mich ist und bleibt Mia genau wegen dieser Verbissenheit und auch ihrer Art, sich verstellen zu wollen, sehr glaubhaft als Charakter, weil seien wir mal ehrlich, wer hat denn nicht zu beginn einer Beziehung ein bisschen mit den eigenen Fähigkeiten übertrieben.
Mias bester Freund Hugo ist mindestens so liebenswürdig wie trottelig. Gerade im Bezug auf Frauen fehlt ihm zu Beginn des Buches noch das Händchen. Mir ging seine Entwicklung vielleicht ein kleines bisschen zu schnell, denn schon in Paris hat er ein vermeintlich perfektes Date mit einer Konditorin, dass allerdings sein jähes Ende nimmt als Hugos Kater Marie sein Date im Hotelzimmer angreift und das Gesicht zerkratzt. Und das ist auch etwas, dass ich an dem Buch kritisieren will: Manche Erlebnisse waren mir persönlich ein wenig zu unrealistisch. Schon alleine, dass Hugo seinen Kater auf eine drei-wöchige Reise mitnimmt finde ich etwas heftig und ich bin selbst leidenschaftliche Katzenmutti. Drei Reiseziele und mitunter Flugstunden im zweistelligen Bereich, naja, es gibt sicherlich solche Menschen. Aber, wie gesagt, fand ich einfach ein paar Ereignisse ein wenig zu unrealistisch. Klar, das ist ein Buch und Fiktion, aber das der etwas kräftige Hugo, der eigentlich schüchtern ist, bei einem Wet-T-Shirt-Contest mitmacht und dann auch noch gewinnt…
Dennoch sind die Dialoge spritzig und locker, genau so, wie man sich im echten Leben auch mit dem besten Freund unterhalten würde. Auch die Gedankenwelt von Mia ist schlüssig und für den Leser nicht nur nachvollziehbar, sondern auch unterhaltsam.

Mein Fazit:
Alles in Allem fand ich, dass „Alles in Buddha“ ein sehr schönes und witziges Buch über Freundschaft und sich selbst zu akzeptieren ist. Besonders Mias innerer Monolog war sehr amüsant und ich musste schon häufig schmunzeln. Auch die Überschriften der Kapitel sind klasse. Sie fungieren zusätzlich als erste Zeile des Kapitels und das beste Beispiel ist direkt Kapitel 1: „Ich habe Herrn Keppler aus Versehen einen Stift in die Poritze gesteckt.“ Guter Einstieg für ein Buch, oder was meint ihr?

4 von 5 Punkte

INFO ZUM BUCH
Autor: Victoria Seifried
Verlag: HEYNE
Erschienen: 08.08.2016
Link zum Buch

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