Rezensionen

Rezension „Run – Alex Cross“ von James Patterson

28. November 2016
Buchcover Run - Alex Cross

Schon vor langer Zeit habe ich ein paar Bücher von James Patterson gelesen. Die Buchreihe „Der Club der Ermittlerinnen“ rund um ein starkes Team bestehend aus Frauen, die sich in einer Männerwelt durchzusetzen versuchen und Kriminalfälle lösen, hat mir wirklich gut gefallen. Ein Grund mehr, dem Polizist Alex Cross, der mittlerweile in „Run“ in seinem 19ten Band ermittelt, eine Chance zu geben.

Worum geht’s in „Run – Alex Cross“?

Kommissar Alex Cross ermittelt, dieses Mal gleich in drei Fällen. Zu allem Übel wird er auch noch zur Zielscheibe des Bloggers Guidice, der die Fehler der Polizei aufzeigen möchte. Schon nach kurzer Zeit entdeckt Alex die Verbindung zu dem Blogger: Vor einigen Jahren starb dessen Frau bei einem Polizeieinsatz an dem Alex beteiligt war.
Während dessen geht in seinen Fällen alles drunter und drüber. Eine Leiche wird in einem Kofferraum gefunden, kurz darauf eine weitere Frau mit gleichen Muster. Eine andere Frau hängt an einem Seil aus dem Fenster und schnell wird klar, dass auch sie ermordet wurde. Und was ist mit den jungen Männern, denen ins Gesicht geschossen und postmortem mit zahllosen Messerstichen durchlöchert wurden.
Wie hängen die Fälle zusammen? Oder hat es Cross mit mehreren Serienkillern zu tun? Und wie kann er beweisen, dass der Blogger Guidice ihn bewusst in eine Falle zu locken versucht?

Zum Fall

Ich muss sagen, dass ich lange gebraucht habe, um in den bzw. die Fälle hereinzukommen. Bei zwei der Fälle hat man ja bereits eine gute Ahnung, wer der Mörder ist, da die Perspektive zu diesem wechselt. Doch um den ganzen Zusammenhang zu verstehen, muss man doch ein wenig dran bleiben. Dann ist da noch Guidice, der Alex vernichten möchte, um seine verstorbene Frau zu rächen. Patterson schafft es hierbei fantastisch, die Perspektiven von Alex (aus der Ich-Perspektive) zu unterbrechen und zwischen ihm, dem Mörder und Guidice zu springen, ohne das es für den Leser anstrengend wird.
Die Auflösung des Falls war mir dann aber doch ein bisschen zu einfach und der Showdown zu schwach. Da hätte ich mir einfach etwas mehr erwartet, aber da bin ich vermutlich auch von vielen Thrillern wohl verwöhnt.

Die Charaktere

Der Protagonist und seine Helfer

Schon nach wenigen Seiten war mir Alex Cross so unglaublich sympathisch, dass ich mich wirklich gefragt habe, wie James Patterson das geschafft hat. Vielleicht liegt es an der Ich-Perspektive, was für einen Kriminalroman eher selten ist, oder einfach an der charmanten Art, wie Alex versucht Privatleben und Beruf miteinander zu verbinden. Alex Familie ist einfach zauberhaft, angefangen von Alex‘ Mutter bis hin zu den Kindern. Einzig Ava, das Pflegekind, das die Familie Cross aufgenommen hat, passt noch nicht so ganz zu dem idyllischen Familienbild der Cross‘ und das ist auch gut so. Niemand hat eine so perfekte Familie und wäre Ava direkt glücklich und zufrieden, wäre für mich die ganze Geschichte unglaubwürdig.

Der Antagonist

Dr. Elijah Creem und sein Partner Josh Bergman lernt man direkt am Anfang der Geschichte kennen. Ich habe lange gebraucht um die Beweggründe der Beiden zu verstehen, was aber für die Geschichte nicht schlecht ist. Sympathie kam nicht einmal auf, weder für Bergman und noch weniger für Creem. Ich behaupte mal, dass das von Patterson genau so beabsichtigt ist. Trotzdem sind beide Charaktere toll ausgearbeitet und von ihrer Art sehr unterschiedlich, was gar nicht so einfach ist.
Zum Schluss möchte ich noch ein paar Worte über den Blogger Ron Guidice loswerden. Ich fand den Charakter mit am interessantesten und schwierigsten zugleich. Auch hier dauert es eine Zeit, die Hintergründe zu verstehen, aber dann kann man wenigstens ein bisschen verstehen, warum er Rache fordert. Trotzdem frage ich mich, wie weit ein Mensch gehen würde, da nicht einmal Cross direkt an dem Unglück schuld war, das Guidices Frau das Leben gekostet hat. Dennoch ein toller Charakter mit Tiefe und Verstand.

Mein Fazit zu „Run“

Alles in allem ein extrem gut geschriebener Thriller aus der Alex Cross Reihe, der mich dazu bewegt, weitere Cross-Romane zu kaufen. Einen kleinen Kritikpunkt habe ich aber trotzdem, denn mir war Alex etwas zu sehr persönlich involviert. Gut in diesem Roman ging es um persönliche Rache an Cross, aber das dann auch noch die Familie so sehr mit hineingezogen wird finde ich immer etwas schade. Gerade weil es sehr oft in Krimis vorkommt hätte ich mir hier vielleicht mal etwas anderes gewünscht.

4 von 5 Punkte

 

INFO ZUM BUCH

Autor: James Patterson
Verlag: Blanvalet
Erschienen: 18.01.2016
Link zum Buch 

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