Rezensionen

Rezension „Sorck“ von Matthias Thurau

18. Dezember 2019
Cover Sorck

Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr vor eurem Stapel ungelesener Bücher steht und es euch einfach aus dem Bauch heraus zu einem Buch zieht? Genau so ging es mir mit Sorck von Matthias Thurau, auf das ich mich wirklich sehr gefreut habe. Das Buch ist ein Rezensionsexemplar, das mir der Autor zugesendet hat, dennoch ist die Meinung davon nicht beeinflusst. 

Worum geht es in Sorck?

Es ist mir noch nie so schwer, ein Buch in wenigen Wörtern oder Sätzen zusammenzufassen, ohne zu weit auszuholen oder zu spoilern. Daher halte ich mich nur an die Beschreibung des Klappentextes. »Häufiger als Zitronen gibt das Leben dir Skorbut.« Martin steht an der Straße und betrachtet seine brennende Wohnung. Nur zwei Koffer und ein Kreuzfahrtticket bleiben ihm. Doch spätestens, als sich der erste Landgang als paramilitärische Übung entpuppt, droht auch der Urlaub zur Katastrophe zu werden…

Quelle

Die Charaktere

Das Buch wird definitiv dominiert von dem Protagonisten Martin Sorck. Tatsächlich ist Sorck ein einzigartiger Charakter und das merkt man schon in der ersten Szene des Buches, als der Protagonist den Flammen zusieht, die seine einstige Wohnung verschlingen. Dennoch war der Charakter auch sehr schwer zu greifen und auszumachen. Vielleicht war es diese Distanziertheit, die direkt zu Anfang allgegenwärtig ist und sich über die kommenden Seiten nicht wirklich legt. Dass das Buch mit nur rund 250 Seiten nicht so viel Spielraum für große Charakterentwicklung bietet, ist natürlich auch zu beachten. Zumal sich der Autor mit diesen Seiten einiges vorgenommen hat. 

Die Geschichte

Und genau hier liegt die Stärke von Sorck, denn ich persönlich habe noch kein Buch gelesen, dass auf diese besondere Art gesellschaftskritisch und gleichzeitig unglaublich humorvoll ist, ohne, dass ich das Buch als Komödie einstufen würde. Weiterhin ist Sorck vollgepackt mit Geschehnissen, was bei der geringen Seitenzahl fast schon etwas zu viel ist. Dennoch glaube ich nicht, dass es dem Buch gutgetan hätte, wenn es auf mehr Seiten ausgedehnt worden wäre. Für den Einfallsreichtum und auch diese Mischung aus bizarre Welt und seelische Verwirrtheit des Protagonisten muss man Matthias Thurau definitiv loben. Sorck ist erfrischend neu und das ist auch gut so. 

Der Schreibstil

Grundsätzlich hat mir der Stil gut gefallen. Gerade der Anfang und das Ende waren grandios, auch wenn doch sehr anspruchsvoll geschrieben. Ich glaube das ist auch, was einige davon abhalten könnte, dieses Buch zu lesen, was extrem schade ist. Dennoch war es auch für mich besonders im Mittelteil manchmal schwierig nach einem Arbeitstag noch einmal den Kopf anzustrengen. Ich würde mit Sicherheit noch einmal ein Buch von Matthias Thurau lesen, denn gerade für ein Erstlingswerk war Sorck richtig gut.

Fazit

Sorck ist ein gesellschaftskritischer und skurriler Roman, der zum Nachdenken anregt und in jedem Bücherregal stehen sollte. 

5 von 5 Punkte – Lieblingsbuch
(Was soll das denn heißen? Schau dir dazu mein Bewertungsschema an)

Autor: Matthias Thurau
Verlag: Selfpublished
Erschienen: 27.05.2018
Genre: Roman

Link zum Buch

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