Rezensionen

Rezension „Der Hirte“ von Ingar Johnsrud

19. Juli 2018

Und wieder ein Hörbuch, dass ich euch gerne vorstellen möchte. Heute das Buch „Der Hirte“ von Ingar Johnsrud, welches der Auftakt einer Mehrteiligen Buchreihe über den Hauptkommissar Fredrik Beier ist. Wie mir das Buch gefallen hat, könnt ihr in meiner Rezension lesen.

Worum geht es in Der Hirte?

Die Tochter der einflussreichen Politikerin Kari Lise Wetre wird vermisst — ein Routinefall für Hauptkommissar Fredrik Beier. Doch kurz darauf wird er nach Solro beordert, auf einen alten Hof vor den Toren Oslos. Fünf Männer wurden auf dem Hof der christlichen Sekte „Gottes Licht” grausam abgeschlachtet. Das Gelände ist ausgestattet wie ein Hochsicherheitstrakt und im Keller des Gebäudes stoßen die Ermittler auf ein Labor, das auf monströse Experimente hinweist. Von den restlichen Mitgliedern der Sekte fehlt jede Spur, unter ihnen ist auch die vermisste Annette Wetre …
Quelle

Die Charaktere

Der Hauptkommissar, Fredrik Beier, gleicht ein wenig dem typischen Kommissar aus skandinavischen Krimis: In sich gekehrt, ein bisschen grummelig aber unglaublich couragiert und engagiert. Und das obwohl er eigentlich kurz vor der Beurlaubung aus gesundheitlichen Gründen steht. Er entscheidet sich, lieber zu Arbeiten und wählt das kleinere Übel: Einen Psychiater. Dieser rät ihm, Stress zu vermeiden, was für Fredrik Beier kaum möglich ist. Zumal er neben seiner sowas-wie-Freundin Bettina auch noch regen sexuellen Kontakt zu seiner Ex-Frau pflegt. Da ist Stress vorprogrammiert.

Die Geschichte

Zunächst erscheint der Fall einfach: Ein terroristischer Anschlag auf eine Sekte endet im Massenmord. Doch so einfach ist es dann doch nicht. Nach und nach tauchen immer mehr Indizien auf, zum Beispiel ein Labor auf dem Gelände der Sekte. Immer wieder wird in Rückblenden eine Geschichte aus der Vergangenheit beleuchtet, die zunächst nicht mit den Geschehen in der Jetzt-Zeit zu verknüpfen sind. Gerade diese Verknüpfungen haben mich zwischenzeitlich sehr verwirrt und ich hatte das Gefühl, der Geschichte nicht ganz folgen zu können. Das ist bei einem Hörbuch noch um einiges schwieriger als bei einem Buch, wo man mal einfach ein paar Seiten zurück blättern könnte. Dennoch muss ich sagen, fand ich es gegen Ende umso spannender als die Fäden dann zusammen geführt wurden und ein großes Ganzes daraus auftauchte. Der Hirte ist im großen und ganzen ein solider Krimi im skandinavischen Stil.

Der Schreibstil

Grundsätzlich hat mir gut gefallen, wie Ingar Johnsrud die Charaktere und die Geschichte aufgebaut hat. Ganz so schlau wurde ich aber aus den Charakteren nicht ganz. Mir hat ein bisschen die Tiefe gefehlt, gerade bei den Nebencharakteren, die teilweise doch ein wenig arg auswechselbar waren. Fredrik Beier hat dafür recht viel Tiefe bekommen, was allerdings bei Hauptcharakteren oftmals der Fall ist.
Die Dialoge haben mir allerdings wirklich sehr gut gefallen. Fredriks Ausdrucksweise war immer sehr amüsant und gerade Diskussionen mit seinem Vorgesetzten Koss waren schön zu verfolgen. Ich glaube es hätte dem Buch gut getan, wenn es nicht ganz so kompliziert und verstrickt aufgebaut worden wäre.

Fazit

Der Hirte von Ingar Johnrud ist ein guter, solider Krimi-Auftakt rund um den Ermittler Fredrik Beier, der allerdings hier und da für meinen Geschmack ein wenig zu verwirrend war. Besonders schön ist aber wieder Dietmar Wunders Art, das Buch vorzulesen.

4 von 5 Punkte
(Was soll das denn heißen? Schau dir dazu mein Bewertungsschema an)

 

INFO ZUM BUCH

Autor: Ingar Johnsrud
Verlag: Blanvalet / Random House Audio
Erschienen: 26.06.2017
Seiten: 512
Link zum Buch

 

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