Rezensionen

Rezension „All in – Tausend Augenblicke“ von Emma Scott

6. März 2019

Auf Instagram habe ich so viele tolle Kritik zu All in – Tausend Augenblicke von Emma Scott gelesen und wollte mich daher auch von der Qualität überzeugen lassen. Ich lese ja sehr gerne New Adult Bücher und wusste ehrlich gesagt gar nicht richtig, auf was ich mich einlasse.

Worum geht es in All in – Tausend Augenblicke?

Kacey ist Gitarristin in einer Band, die es gerade an die Spitze der Charts schafft. Doch glücklich macht es sie nicht gerade, fehlt ihr doch auch die Anerkennung ihrer Eltern und besonders ihres Vaters, der sie einige Jahre zuvor rausgeschmissen hat. Sie ertränkt das neue Leben in Alkohol und hat belanglosen Sex mit Groupies, um ihr Bedürfnis nach Liebe zu stillen. Als sie es auf ihrer After Show Party in Las Vegas etwas zu wild treibt, bringt die Security sie zur Limousine, die für sie bereitsteht. Der Fahrer, Jonah, fährt sie zu der Villa, wo er vor verschlossenen Türen steht. Natürlich kann er die mittlerweile bewusstlose Kacey nicht einfach dort alleine zurücklassen, also beschließt er sie, auf seiner Couch unterzubringen.

Obwohl das seine Routine durchbricht, an der er seit seiner Herztransplantation festhält, fühlt er sich seltsam von Kacey angezogen. Er will ihr helfen, wieder etwas klarzukommen und sie beschließen, die freien Tage, die sie hat, bevor die Band-Tour weiter geht, gemeinsam bei ihm zu wohnen.

Die Charaktere

Kacey ist kein typischer New Adult Charakter. Auch wenn es anfangs erst den Anschein hatte, hat sich doch schnell herausgestellt, dass sie doch viel mehr Tiefgang hatte, als erwartet. Sie hasst das Leben als Rockstar, das ihr nicht das gibt, was sie eigentlich sucht: Alleine auf den Füßen zu stehen und die Anerkennung ihrer Eltern. Nach dem ihr Vater sie herausgeworfen hatte, begab sie sich direkt in die nächste Abhängigkeit – der Band. Besonders das Verhältnis zu ihren Eltern fand ich bei Kacey sehr interessant. Ebenfalls ihr Bedürfnis nach Nähe fand ich sehr glaubwürdig.

Jonah ist Kaceys Gegenpol. Im Gegensatz zu ihrem chaotischen Leben ist seines genau getaktet und er versucht seine Routine nicht zu durchbrechen. Der Grund ist seine Herztransplantation und die Erkenntnis, dass er vielleicht sterben wird. Er will unbedingt sein Kunstwerk aus Glas schaffen, damit er etwas für die Nachwelt hinterlässt. Ich fand es sehr schön, dass Jonah einfach mal kein Badboy ist, der eigentlich lieb ist, aber sein Badboy Leben weiter führt. Nein, er ist einfach nur ein wirklich netter Typ, der sich um andere sorgt. Das hat mir wirklich gut gefallen.

Die Geschichte

An für sich hat mich All in – Tausend Augenblicke wirklich sehr bewegt. Ich war emotional ganz schön mitgenommen und das ist mir bisher in dem Ausmaß nur bei Das Schicksal ist ein mieser Verräter und Ein ganzes halbes Jahr passiert. Der Aufbau der Geschichte und auch der Verlauf hat mir sehr gefallen, allerdings gibt es auch ein paar Kritikpunkte. Zum einen war es besonders zum Ende hin wenig überraschend. Ich wusste schon vorher, auf was es hinauslaufen wird und auch besonders die Verbindung zu Theo war etwas zu offensichtlich. Der zweite Punkt, der den ersten für mich zumindest noch überwiegt, ist der Sex. Ja, natürlich ist es selbstverständlich, dass ein Liebespaar sich sexuell zueinander hingezogen fühlen, aber muss man das so ausreizen? Zum Ende hin hatte ich das Gefühl, dass Kacey und Jonah eigentlich nichts mehr gemeinsam machen, außer miteinander zu schlafen. Ich weiß nicht warum, aber irgendwie haben mich einige der Szenen wirklich gestört. Die Beschreibung war nicht vulgär, aber sehr detailliert und ein paar der verwendeten Begriffe fand ich sehr unangebracht. Versteht mich nicht falsch, eine Sexszene in einem New Adult Buch schreckt mich nicht generell ab, aber die Anzahl und die Dialoge währenddessen fand ich einfach nicht für die Geschichte förderlich. Gerade zum Ende hin empfand ich die als unglaubwürdig.
Ich denke, dass es Kaceys Art war, daran festzuhalten, dass alles gut ist, aber mich hat diese Art dann doch etwas gestört. Dennoch haben beide Kritikpunkte das Buch für mich bei weitem nicht kaputt gemacht. Aber trotzdem dazu geführt, dass es keine Top-Bewertung gibt.

Der Schreibstil

Emma Scott hat wirklich einen tollen Schreibstil. Mit ihrer Art hat sie mich direkt von der ersten Seite an gepackt. Bis auf die schon genannten Szenen hat mich auch nichts an dem Buch innehalten lassen. Gerade am Ende konnte ich es absolut nicht mehr weglegen und habe die Seiten richtig verschlungen. Vergleichen könnte ich das mit dem Lesegefühl, dass ich bei Someone New von Laura Kneidl hatte. Man wird quasi in das Buch gezogen und fühlt sich regelrecht als ein Charakter aus diesem Buch. Das hat mir total gut gefallen, weshalb ich unbedingt weitere Bücher von Emma Scott lesen möchte. Natürlich zuerst den zweiten Teil All in – Zwei Versprechen. Besonders die Emotionen, die Emma Scott mit ihrem Buch in mir ausgelöst hat, sind wirklich etwas Besonderes.

Fazit
Ein sehr schönes und sehr emotionales Buch mit ein paar Schwächen.

4,5 von 5 Punkte – Buchtipp
(Was soll das denn heißen? Schau dir dazu mein Bewertungsschema an)

INFO ZUM BUCH

Autor: Emma Scott
Verlag: LYX Verlag
Erschienen: 16. Oktober 2018
Originaltitel: Full Tilt
Link zum Buch

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