Rezensionen

Rezension „Burning Bridges“ von Tami Fischer

27. März 2020
Cover Burning Bridges

Ich habe mich total gefreut mal bei einer Buddy Reads Aktion mitzumachen. Als Gruppe gibt es festgelegte Leseziele, die man an dem Tag erreichen muss. Abends wird dann darüber gesprochen. Die Wahl des Buches ist auf Burning Bridges von Tami Fischer gefallen. Wie mir das Lesen in einer Gruppe und das Buch generell gefallen hat, berichte ich hier.

Zusammenfassung – Worum geht es in Burning Bridges?

Ellas Leben gerät aus den Fugen als ihr Freund Jason ihr gesteht, dass er seit einem Jahr mit einer Freundin von Ella schläft, und beendet die Beziehung. Ella stürmt wütend auf die Straße und wird prompt von ein paar Betrunkenen angesprochen und belästigt. Die Situation scheint zu eskalieren, bis ein Fremder auftaucht und Ella zu Hilfe eilt. Ella ist fasziniert von dem Mann, der allerdings wortkarg verschwindet. Zufällig trifft sie ihn auf der Straße wieder und lädt ihn kurzerhand zum Frühstücken in ihre Wohnung ein. Eine unbeschreibliche Anziehung liegt in der Luft, doch Ella und Ches versuchen das Gefühl zu verdrängen.

Doch als Ella mit ihren Freundinnen Savannah und Summer in dem Club „Der Käfig“ nach Ches sucht, findet sie heraus, dass er ein Kämpfer in illegalen Wettkämpfen ist. Er erklärt ihr, dass er das nur tut, damit er geschützt ist, denn der Käfig hat seine eigenen Regeln. Eine davon ist, dass Kämpfer unantastbar sind. Ella möchte Ches helfen und bietet ihm kurzerhand an, bei ihr zu wohnen. Das dies eine Probe ihrer Selbstbeherrschung sein würde, ahnen beide nicht. 

Die Charaktere

Ella ist irgendwie schon recht süß. Sie ist ein wenig tollpatschig und auch etwas naiv. Direkt am Anfang hätte ich sie noch stärker eingeschätzt, da sie ihren Angreifern zumindest verbal die Stirn bietet. Das hat mich beeindruckt und sie war mir sehr schnell sehr sympathisch. Dennoch hat diese Stärke mit dem Verlauf der Geschichte etwas abgenommen, was ich sehr schade finde. Viele ihrer Entscheidungen konnte ich nicht nachvollziehen. Gerade wenn man einer Vergewaltigung nur knapp entkommen ist, kann ich es einfach nicht nachvollziehen, wie man in einem Club so gedankenlos sein kann, wie sie es war. 

Ches konnte ich lange so gar nicht einschätzen. Er wirkt schnell wie ein netter Kerl mit Humor, der aber ein Geheimnis hat. Er ist ziemlich schnell und stark hin und hergeschwankt zwischen „ich rede nicht gerne über mich“ und „ich erzähle dir mal ganz schnell das ich Untergrundkämpfer bin, aber das ist Geheim“. Das war für mich nicht ganz so logisch und etwas unglaubwürdig. Ich war leider auch sehr enttäuscht darüber, was letztendlich Ches Geheimnis war. Zumal er darüber oft so geredet hat, als würde Ella ihn danach nicht mehr mögen. Das war einfach nur aufgebauscht und leider wieder etwas unglaubwürdig.

Die Geschichte

Es gab leider sehr viele Dinge, die mich an der Geschichte gestört haben. Dennoch muss ich sagen, dass ich sehr viel Spaß beim Lesen hatte und mich das Buch gut unterhalten hat. Viele Stellen wirkten leider zu stark konstruiert. Die ganze Geschichte um den Käfig war für mich nicht ganz so schlüssig. Plötzlich wird aus einer kleinen Stadt eine kriminelle Untergrundszene die über mehrere Staaten genutzt wird. Auch etwas seltsam fand ich den Beginn der Liebesgeschichte. Ella lädt Ches einfach so zu sich nach Hause ein. Das ist insofern nicht unglaubwürdig, aber zumindest einer Freundin würde ich schon Bescheid geben, wenn ich einen Fremden einlade. Ebenso, dass Ches mehrfach plötzlich vor ihrer Tür steht. Aber er will ja keine Beziehung, weil er nicht gut für sie ist, taucht aber ständig auf, um nach ihr zu sehen. 

Doch tatsächlich am meisten hat mich eine spezielle Szene im Club gestört. Dort sind Ella, Savannah und Summer und werden von einem Typen auf einen Drink eingeladen. Kurz darauf kommt noch ein Typ und will sie einladen. Zufälligerweise sind beide mit Ches verbunden. Der eine nimmt Ella mit und zeigt ihm den total geheimen Teil des Käfigs, wo die Kämpfe stattfinden. Doch warum? Wieso verrät er das total geheime Geheimnis, dass nur die Szene wissen darf? Und wieso geht Ella einfach so mit, ohne ihren Freundinnen zumindest Bescheid zu sagen, wohin sie gehen. Ich war schon oft mit Freundinnen feiern und selbst wenn ein Typ Interesse zeigt, dann sprechen wir Freundinnen uns zumindest ab. Dann heißt es „Ich würde gerne mit dem kurz alleine sein, wir gehen in den Nebenraum“. Das Verhalten von Ella war für mich absolut nicht nachzuvollziehen und geht schon über Naivität hinaus. 

Ein weiterer Punkt, den ich ansprechen möchte, ist Ella selbst. Wie ich schon kurz angesprochen habe, war ich beeindruckt von ihrer Stärke in einer schlimmen Situation. Da dachte ich, dass ich endlich auch mal auf einen weiblichen Charakter treffe, die alleine klarkommt und nicht unbedingt einen Mann in ihrem Leben braucht, sich aber dennoch verliebt.

Leider hatte mich da der erste Eindruck getäuscht. Ich hatte das Gefühl, dass Ella immer schwächer wurde, aber sie hat sich auch einfach sehr gedankenlos verhalten. Jemand der nur ein paar Tage zuvor knapp einer Vergewaltigung entkommen ist, sollte doch daraus lernen und eben nicht einfach ein Getränk annehmen, das dir ein Typ gibt, den du seit 30 Sekunden kennst. Ebenso solltest du nicht einfach mitgehen, wenn der dich irgendwo hinverschleppen will, ohne deinen Freundinnen Bescheid zu sagen. Das führt unweigerlich dazu, dass Ches sie retten muss. Immer und immer wieder, zumindest kam es mir so vor. Das finde ich doch sehr schade, da ich als Frau doch ehrlich sagen muss, dass ich stolz bin, noch nie von einem Mann gerettet werden zu müssen.

Etwas enttäuscht war ich, dass Jason überhaupt kein Thema mehr in der Geschichte ist. Klar, er taucht immer mal wieder in Ellas Gedanken auf, besonders wenn Sie zwischen ihm und Ches vergleicht. Ich hätte da etwas mehr erwartet. Gerade als er Ella sogar noch kontaktiert und ihr sagt, dass er sie zurück will. Ella tut einfach nichts, oder es wird in einem Nebensatz abgehandelt. Ähnlich verhielt es sich mit Summer und Savannah.

Der Schreibstil

Soviel ich auch an der Geschichte zu meckern hatte, so muss ich doch erneut sagen, dass mir der Schreibstil wirklich gut gefallen hat. Es ist alles flüssig geschrieben und gut zu lesen. Die Dialoge haben mir größtenteils auch sehr gefallen. Besonders die mit Ellas Freundin Summer. Ich würde deshalb jederzeit wieder zu einem Buch von Tami Fischer greifen, sofern die Story etwas besser durchdacht ist.

Fazit

So unglaubwürdig die Geschichte doch war, das Gesamtwerk hat mir schon gefallen und mich sehr unterhalten. Besonders in einer Gruppe von Buchliebhabern hat es total Spaß gemacht zu lesen. Ich hatte eher meine Probleme, mich etwas zurückzuhalten, damit ich nicht schon in den ersten paar Tagen das Buch durchgelesen habe.

3 von 5 Punkte – BUCHTIPP
(Was soll das denn heißen? Schau dir dazu mein Bewertungsschema an)

INFO ZUM BUCH

Autor: Tami Fischer
Verlag: Knaur Verlag
Erschienen: 01.10.2019
Link zum Buch

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