Rezensionen

Rezension „Der Bote“ von Ingar Johnsrud

24. August 2018

Es ist noch nicht so lange her, als ich das Hörbuch Der Hirte von Ingar Johnsrud vorgestellt und rezensiert habe. Ich habe nicht lange gefackelt und schnell mit dem zweiten Teil von Ingar Jonhsruds Fredrik-Beier-Reihe weiter gemacht. Wie mir Der Bote gefallen hat, könnt ihr in meiner Rezension dazu lesen.

Worum geht es in Der Bote?

Fredrik Beier kehrt nach einer längeren Auszeit zurück in den Dienst. Seine Erinnerungen an den Grund des langen Dienstausfalls sind nahezu nicht vorhanden. Doch eines steht fest: Fredrik Beier wäre beinahe gestorben, weil er eine hohe Menge Tabletten geschluckt hat.
Entsprechend ist die Skepsis der Kollegen nicht abzuweisen. Doch Fredrik bleibt nicht lange, um sich wieder einzufinden, denn ein neuer Fall wartet auf ihn. Die Leiche eines Mannes wird in einer Villa gefunden. Schon kurz darauf stellt sich heraus, dass der Mann angeblich 20 Jahre zuvor bei einem Militäreinsatz ums Leben gekommen ist. Nur kurze Zeit später wird eine weitere Leiche gefunden, die schwere Verletzungen aufweist, die durch Folter hervorgerufen wurden. Fredrik Beier vermutet eine Verbindung und glaubt den Täter in einem alten Bekannten gefunden zu haben.

Die Charaktere

Zwischen Der Hirte und Der Bote ist einiges mit Fredrik Beier passiert. Das Buch beginnt mit einem Termin bei einem Psychologen, der mit Fredrik über seinen versuchten Selbstmord spricht. Dennoch hat man nicht so sehr den Eindruck, dass Fredrik Beier unter Depressionen leidet. Mit seiner Lebensgefährtin gibt es seither auch Probleme, denn die versteht nicht, warum sich Fredrik als er unter den Folgen der Tabletten-Überdosis vor die Tür seiner Ex-Frau geschleppt hat und nicht vor ihre.

Fredrik ist eigentlich als Charakter wie immer, etwas grüblerisch und miesepetrisch, aber dennoch fürsorglicht. Eine große Wandlung oder Entwicklung hat man in der Geschichte nicht wirklich vernommen. Was mir nicht so gut gefallen hat, war Fredriks Misstrauen seinem Kollegen und besten Freund Andreas gegenüber. Ich glaube ich hätte in dem Fall ganz anders reagiert und eher das Gespräch gesucht, gerade beim besten Freund.

Die Geschichte

Wie schon in Der Hirte ist auch in diesem Teil wieder ein zweiter Erzählstrang vorhanden, der ein Ereignis in der Vergangenheit erzählt. Auch hier hatte ich irgendwie wieder das Problem gerade dem Geschehen in der Vergangenheit zu folgen. Gerade die Namen den Charakteren zuzuordnen viel mir besonders schwer.

Aber auch bei der Hauptgeschichte war ich zwischenzeitlich verwirrt. Eventuell, weil ich relativ lange gebraucht habe, um bei dem Hörbuch voran zu kommen, da ich ja jetzt glücklicherweise nicht mehr so lange auf die Arbeit fahren muss. Dennoch hat es irgendwann klick gemacht und die Geschichte war verständlich. Eventuell ist es auch für mich schwierig, mit den norwegischen Namen klar zu kommen.

Auch wenn an für sich an dem Plot von Der Bote nichts auszusetzen ist, so hat es mich dann doch nicht so vom Hocker gerissen. Gerade einige Teile der Geschichte finde ich einfach nicht so spannend ausgearbeitet. Ich hatte an keinem Punkt das Gefühl, dass es eine wirkliche Ermittlung ist. Relativ planlos werden Zeugen befragt, dadurch bekommt einer eine Idee, befragt einen anderen Zeugen und gerät dabei in eine Gefahrensituation.

Der Schreibstil

Gegen den Schreibstil habe ich an für ich nichts auszusetzen. Wie auch schon in Der Hirte habe ich einige Charaktere nicht so wirklich verstanden. Also besonders die Entwicklung und die Handlungen der Charaktere muss ich leider kritisieren. Ebenso die tiefe der Charaktere, denn außer bei Fredrik Beier hat man leider von wenigen Charakteren mehr erfahren, als die reine berufliche Handlung.

Positiv hervorheben möchte ich allerdings die Beziehung zu Beiers Chef Koss. Endlich hat man mal ein bisschen mehr von dessen Persönlichkeit erfahren, wobei ich auch hier aus der Handlung, besonders bezogen auf den Erzählstrang mit Koss‘ Frau und Beier, nicht wirklich schlau geworden bin.

Aber auch die Dialoge muss ich hier wieder positiv hervorheben, denn die sind wirklich klasse, lebendig und absolut glaubwürdig.

Fazit

Ähnlich wie auch bei Der Hirte ist Der Bote ein guter Thriller, der hier und da unnötig kompliziert aufgebaut ist.

3,5 von 5 Punkte SCHMÖKER
(Was soll das denn heißen? Schau dir dazu mein Bewertungsschema an)

 

INFO ZUM BUCH

Autor: Ingar Johnsrud
Verlag: Blanvalet / Random House Audio
Erschienen: 14.05.2018
Seiten: 544
Link zum Buch

 

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