Rezensionen

Rezension „Wild Hearts – Kein Blick zurück“ von T. M. Frazier

18. Juni 2019
Cover Wild Hearts

Dieses Buch liegt schon seit einiger Zeit auf meinem Stapel ungelesener Bücher, doch ich bin froh es endlich gelesen zu haben: Wild Hearts von T. M. Frazier. Der Plot des ersten Bands der Outskirts-Reihe versprach eine tolle Geschichte mit interessanten Charakteren. Ob es dieses Versprechen auch halten konnte?

Worum geht es in Wild Hearts – Kein Blick zurück?

Sawyer lebt mit einem tyrannischen Vater und ist Mitglied in einer sektenähnlichen Glaubensgemeinschaft in der Frauen nahezu keine Rechte haben und von ihren Ehemännern oder Vätern unterdrückt werden. Als Sawyers Mutter sich das Leben nahm und ihrer Tochter eine geheimnisvolle Schachtel hinterlässt, beschließt Sawyer zu verschwinden. Denn in der Schachtel befindet sich ein Schlüssel zu einem alten Truck und einem Wohnwagen sowie eine Urkunde für ein Stück Land in der Nähe der kleinen Stadt Outskirts.

Doch kurz vor ihrem Ziel macht der Wagen schlapp und die junge Polizistin Josh muss ihr helfen. Auf ihrem Grundstück dauert es nicht lange, bis Sawyer auf ihren Nachbarn trifft: Finn lebt seit zwei Jahren in einer kleinen Hütte und führt ein selbstgewähltes Einsiedlerleben. Auch wenn Sawyer weiß, dass sie sich von ihm Fernhalten soll, so bestimmen ungewollte Situationen das Gegenteil. Doch Sawyer hat sich geschworen, sich nie wieder von jemanden einschüchtern zu lassen. 

Die Charaktere

Sawyer Dixon, eine weibliche Figur, die mir sofort gefallen hat. Ihre Art zu denken und zu handeln fand ich erfrischend. Besonders, wenn man ihre Vergangenheit betrachtet. Besonders am Anfang der Geschichte hat man ihre charakterlichen Stärken sehr deutlich erkennen können. Es ist für mich kaum begreiflich wie man so ein Leben in einer Glaubensgemeinschaft verbringen kann, die solch rückschrittliche Ideale vertreten. Umso schöner finde ich wie weltoffen und furchtlos Sawyer einem neuen Leben entgegentritt. 

Finn hingegen ist im Prinzip ein wenig das Gegenteil. Seit dem Tod seiner Freundin lebt er ein Leben fernab von anderen Menschen. Was ich bei ihm ein klein wenig vermisst habe, war das wirkliche Verarbeiten von dem, was mit seiner früheren Freundin geschehen ist. Die Wandlung von trauerndem Einsiedler zu verliebten Kerl verlief mir etwas zu einfach. Dennoch ist Finn ein liebenswerter Kerl, der mir persönlich aber zu sehr mit einem anderen Körperteil gedacht hat. Die Chemie zwischen Finn und Sawyer war ganz klar spürbar, aber irgendwie hat mir hin und wieder ein wenig die charakterliche Verbundenheit gefehlt. Die Beziehung war schnell beherrscht von Lust, was ich etwas schade aber nicht weniger unterhaltsam fand. 

Die Geschichte

Mir hat der Plot, der im Klappentext beschrieben wurde, schon sehr gut gefallen. Da wurde ich von der Autorin T. M. Frazier auch absolut nicht enttäuscht. Der Weg fort von der Glaubensgemeinschaft und vor allem weg von Sawyers Vater war absolut nachvollziehbar beschrieben. Generell hatte das Buch eine tolle Mischung aus Gedanken und Geschehnissen. Was mir ein bisschen gefehlt hatte, waren noch mehr „neue“ Dinge die Sawyer kennenlernt. Schließlich kennt sie so etwas wie Fernsehen, Bücher oder Musik nur in sehr eingeschränkter Form. Da hätte ich mir doch noch mehr Kennenlern-Erlebnisse gewünscht. Vielleicht wäre das dann auch noch mehr Futter gewesen, wie Finn und Sawyer sich besser kennenlernen. Denn wenn man es mal oberflächlich betrachtet basiert die Beziehung wenig aus wirklichem charakterlichen Kennenlernen und mehr aus einer Anziehung, die die beiden verspürt haben.  Dennoch hat mir das Buch sehr viel Spaß gemacht und ich habe mich auch ein bisschen in die beiden Charaktere aber auch in die Nebencharaktere verliebt. Ich bin gespannt, wie es in der Fortsetzung weitergeht. 

Einen kurzen Exkurs hinsichtlich des Covers muss ich noch kurz einfügen. Ich schreibe eigentlich nicht oft über das Cover eines Buches, es sei denn es hat eine Besonderheit. In dem Fall von Wild Hearts sehe ich die Besonderheit in dem Bezug zu der Geschichte, was mir sehr gut gefallen hat. Sawyer fürchtet sich vor Gewittern, da sie diese meist mit Prügel von ihrem Vater in Verbindung setzt. Finn versucht sie davon zu befreien, indem er ihr die Schönheit eines Gewitters zeigt und genau diese Schönheit spiegelt sich meiner Meinung nach auch in dem Cover. Düstere Wolken, Blitze vermisst hat mit aufklarendem Himmel. 

Der Schreibstil

Direkt nach 15 Seiten habe ich mir schon überlegt noch schnell zum Buchladen meiner Wahl zu fahren und die Fortsetzung zu kaufen. Denn schon nach so wenigen Seiten konnte ich sagen, dass mich die Art, wie T. M. Frazier Wild Hearts – Kein Blick zurück geschrieben hat, absolut in seinen Bann gezogen hat. Das gesamte Buch ist einfach wunderschön und irgendwie so mühelos geschrieben. Damit meine ich nicht, dass sich die Autorin keine Mühe gegeben hat, im Gegenteil, denn das Buch wirkt einfach so stimmig und nicht gezwungen gewollt. Besonders die Mischung aus fast schon poetischen Beschreibungen und witzigen Dialogen hat mir wirklich sehr gut gefallen. 

Fazit von Wild Hearts – Kein Blick zurück

Ein sehr schönes Buch, das gerne noch ein paar Seiten länger hätte sein können, damit ich noch weiter schmachten kann.

4,5 von 5 Punkte – Buchtipp
(Was soll das denn heißen? Schau dir dazu mein Bewertungsschema an)

INFO ZUM BUCH

Autor: T. M. Frazier
Verlag: LYX
Erschienen: 29. März 2019
Link zum Buch

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