Rezensionen

Rezension „Die Farbe von Milch“ von Nell Leyshon

9. Juli 2019

Bei diesem tollen Historienroman hat mich das Cover vor dem Content gezogen. Zumindest im ersten Moment. Nachdem ich dann auch noch den Klappentext von Nell Leyshons Die Farbe von Milch gelesen hatte, wusste ich, dass ich dieses Buch lesen muss. Gesagt getan.

Worum geht es in Die Farbe von Milch?

Mary lebt mit ihren Schwestern auf dem Bauernhof ihrer Eltern. Harte Arbeit ist dort die Regel und wenn der Vater mal nicht zufrieden ist, gibt es eine Tracht Prügel. Aufgrund einer angeborenen Behinderung im Bein fällt es Mary manchmal schwer, den Ansprüchen ihres Vaters zu genügen, weshalb er sie eines Tages zum Dorfpfarrer schickt, um dort zu Leben und zu Arbeiten. Sie soll dort die todkranke Ehefrau pflegen und ihr Gesellschaft leisten. Marys freundliche aber direkte Art schafft es sogar, die letzten Wochen der Frau angenehm zu gestalten, weshalb der Pfarrer sehr dankbar ist. Doch als die Ehefrau verstirbt, wendet sich das Blatt. 

Die Charaktere

Marys Art die Geschichte aus der Ich-Perspektive  zu erzählen ist wirklich angenehm und anspruchsvoll zugleich. Sie hat eine Art Neugier, die mir Spaß gemacht hat. Noch dazu ist sie ein sehr mitfühlender Mensch, und das, obwohl sie in einer Familie aufgewachsen ist, die eher mal wegschaut. Besonders ihre Unterhaltungen mit dem Großvater haben deutlich gezeigt, wie Mary gestrickt ist. Diese haben mich ein wenig an die Dialoge mit der Pfarrersfrau erinnert. Besonders leid tat mir bei Mary, dass sie kein schönes Leben hatte und man hofft, dass sich das ändern wird. Doch obwohl sie beim Pfarrer ein eigenes Bett hat und eigentlich ein angenehmes Leben hat, wünscht sie sich zurück zu ihrer Familie. Das konnte ich sehr gut nachvollziehen und generell konnte ich mich mit ihr sehr gut identifizieren, obwohl unsere Leben nicht unterschiedlicher hätten sein können.

Die Geschichte

Ich war mir lange nicht sicher, ob dies ein Buch sein würde, das mir gefällt, auch wenn ich es wahnsinnig interessant fand. Doch schon ab der ersten Seite habe ich mich schnell in der Geschichte wiedergefunden. Interessant war auch die Erzählweise, die hin und wieder in eine Zukunft gesprungen ist, in der Mary diese Geschichte aufschreibt. Dass sie aber gar nicht schreiben kann, zumindest nicht zu Beginn, ist ein sehr geschickter Schachzug der Autorin. Ich war mir auch nicht ganz sicher, ob die Geschichte eine tragische Wendung haben wird, oder umgekehrt eine Geschichte ist, die Mary neue Türen und ein besseres Leben eröffnet. Beides hätte einen guten Reiz gehabt, doch so wie es Nell Leyshon gestaltet hat, hat es mir wahnsinnig gut gefallen. 

Der Schreibstil


Nell Leyshon hat es direkt geschafft, dass ich eine Verbindung mit der Protagonistin aufgebaut habe. Das ist auch wichtig  bei einer Geschichte  wie dieser. Hätte mich nicht interessiert, was aus Mary wird, hätte ich nicht weiter gelesen. Auch die generelle Erzählweise war interessant. Wirklich in den kompletten Fluss bin ich aber nicht ganz gekommen. Das liegt zum Teil für mich daran, dass Mary recht emotionslos ist. Das mag aber auch einfach an der Zeit liegen, denn heute würde sie sich sicherlich anders verhalten.

Mein Fazit zu Die Farbe von Milch

Mich hat Die Farbe von Milch gut unterhalten und mir wieder gezeigt, wie froh ich doch bin, in der heutigen Zeit zu leben.

4,0 von 5 Punkte – Buchtipp
(Was soll das denn heißen? Schau dir dazu mein Bewertungsschema an)

INFO ZUM BUCH

Autor: Nell Leyshon
Verlag: Heyne
Erschienen: 11. März 2019
Link zum Buch

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